Sonntag, 29. Juli 2007

Alter Dielenboden, Stümpfe und ganz nette Leute. Multinational, passend

Wie gehofft und geahnt, darf ich in die Wohnung in Schöneberg einziehen. Also doch die richtigen Leute... Nur das Wetter will nicht mitspielen. Es regnet den ganzen Vormittag. Wie transportiere ich meinen Koffer und meinen Laptop sowie Rücksack und einige weiteren kleinen Dinge von Viktoriastadt nach Schöneberg? Es wird doch alles nass. Wenn es aber so beginnt, dann muss es danach nur noch besser werden...

Und doch geschafft, trotz des schlechten Wetters. Zuerst also die technischen Einzelheiten: Das Zimmer ist (noch) ruhig, mit altem Dielenboden, zum Hinterhof gelegen. Ein strohgelber Stumpf steht auf dem Fensterbrett, hinter der Scheibe, also schon draußen. Mein Vorgänger hatte nicht viel Liebe für Flora, wenig mehr für Ordnung. Staubig ist der Fensterrevier. Die Pflanze, auch wenn das eine Kaktee ist, ruft nach ein paar Tropfen Wasser.

Der Raum, den ich bewohnen werde, ist mit Regal, Schlafcouch, kleiner Sitzecke und Garderobe möbliert. Die hohen Wände bieten viel Platz für Kunstplakate oder Gemälde. Im Keller liegen ein weiterer runder Tisch (im Zimmer gibt es schon einen quadratischen) und Holzjalousien. All diese übernommenen Gegenstände gehören jetzt mir. Für sie zahlte ich einen Abstand. Er deckt auch einige Utensilien in der Küche, weiß ich aber nicht genau, welche. Muss noch nachfragen. Komisch, bezahlt für etwas und keine Ahnung wofür. Ich habe das Gefühl, hier stimmt etwas nicht...

In dem Fahrradkeller stehen zahlreiche Fahrräder. Meins jedoch nicht. Wird aber auch noch kommen. Ich habe schon vor, nach Empfehlung, die Flohmärkte am Boxhagener Platz oder im Mauerpark zu besuchen. Diesen Sonntag, wenn’s klappt. Erstmal aber die Bettdecke und ein Schlafkissen beschaffen! Andererseits habe ich schon gehört, dass es sich nicht lohnt, ein gebrauchtes Fahrrad zu kaufen. Die halten nicht lange. Ach, wo ist der unbekannte U-Bahn-Fahrer, der mir im Mai ein neu(geklaut)es Fahrrad verkaufen wollte. Mit Titanelementen und Scheibenbremsen. Topmodel für fünfzig Euro. Wie geschenkt. Hätte nach dem Handeln sicher sogar nur noch für vierzig bekommen. ;-) Aber wer kauft schon ein geklautes Velo? Das ist doch so uncool!

Nun aber zu den Leuten, damit auch der Titel endlich erklärt wird. Nadine stammt aus dem Rheinland. Robert dagegen aus Bayern. Es kann also gesagt werden, dass jedeR von uns eine andere Gegend vertritt. Drei verschiedene Länder, wenn man so will. Multinational... ;-)

Sie trägt eine Brille und ist elegant angezogen. Das lockende Haar steht ihr gut. Lang ist es dagegen nicht besonders. Er, mit einem sympathisch rollenden „r“, ein Hemd und eine Weste. Mit einem Bärtchen. Beide fröhlich und Fans vom Tischtennis. Passt.

Den ersten Match haben wir schon hinter uns. Die nächsten folgen.

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