Dienstag, 17. Juli 2007

Schmelzen und suchen. Wohnungssucheskapade unter der Berliner Sonne

Mein Gott, es ist warm! Und drei Besichtigungstermine stehen gleich in meiner Agenda. Noch aus Allenstein aus vereinbarte ich die Treffen. Wenn ich heute daran denke, habe ich irgendwie keine Lust dazu – teilzunehmen an diesem Rennen. Ich gehe und schlafe unter der Brücke, direkt an der Spree; Sechsunddreißig Grad! – es ist also eh so heiß, dass keiner es zu Hause aushält. Was aber mit meinem Koffer und den mitgebrachten Sachen? ;-)

Das erste Zimmer ist wirklich schön. Das Bett und der kleine gläserne Tisch nehmen die Hälfte des Lebraumes weg. Dafür stimmt das Design. Der Schrank kommt auch noch dazu. Die Stühle und die Kerzen gleich hinterher. Langsam fehlt mir jedoch die Atemluft. „Hier werde ich nicht leben können“, denke ich. Die Sonne drängt durch das offene Fenster hinein und erstickt. Ich drehe mich um... Warum ist es so weit weg vom Zentrum. Zur Arbeit werde ich wohl mehrere Zehnt Minuten brauchen. Und wenn ich die Frühschicht habe? Was dann? Gar nicht ins Bett gehen oder gar auf die Schicht verzichten? Auf den kleinen Stühlen sitzen und warten bis die Zeit kommt? Spazieren gehen in der betonierten Umgebung? Auch eine Alternative. Ich werde ja darüber nachdenken. Schließlich würde das der Gesundheit gut tun, nachdem man schon von der Sonne und vier Wänden geräuchert worden war...

Die zweite Station ist gleich zu einer 1-Zimmer-Wohnung gewachsen. Unten im Parterre. Kalt und feucht. Ich kann das sogar mit meinen Knochen fühlen. Die würden in wenigen Wochen zum Grus; um von Nebennasen- bzw. Stirnhöhlenentzündung ganz zu schweigen... Schnell weg hier!

Den dritten Halt mache ich in Neukölln. Eine 6er-WG. Eigentlich ganz nett. Gemeinschaftskasse und Gemeinschaftsleben. Ich kenne einen, dem das über alles gefällt. Eigentlich wohnt er hier in der Nähe. Komisch, wie sich die Wege manchmal kreuzen mögen. Er kommt aus Amerika und ist von solchem Leben fasziniert. Einer für alle, alle für einen. Jedem das Seine. Ich könnte mir gut vorstellen können, unter Umständen hier zu wohnen. Eigentlich ganz gerne. Die MitbewohnerInnen scheinen sympathisch zu sein. Ein, zwei Klos. Keine/-r hätte warten müssen. Also günstig. Genau wie der Preis. Und noch ein interessanter Faktor. Sie machen WG-Konferenz, wenn etwas nicht stimmt oder die Luft dick ist. Zwischen mir und dem Vermieter herrscht gewisse Spannung. Eigentlich nichts, aber spürbar. Ob die Entscheidung für mich positiv wird? Bin skeptisch.

Reichen die drei Beispiele erstmal? Für die nächsten Tage habe ich noch viel mehr. Das ist so wie im Leben; nie genug davon...

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